Mittlerweile ist iteratives Vorgehen beim Projektmanagement angekommen; vor allem Scrum hat hier zum Durchbruch geführt.
Allerdings ist Projektmanagement von Softwareprojekten nicht gleich der eigentlichen Entwicklung von Software. Iteratives Vorgehen kann ebenfalls bei den kleinen Coding-Entscheidungen, die jeder Entwickler jede Minute zu fällen hat, sinvoll sein: einen Wert als Konstante auslagern oder vorerst hardcoden, Exceptionhandling gleich einbauen oder erst später, generalisieren oder vorerstmal einfach mal konkret runterschreiben?

Der LessCoder macht es sich einfach, indem er Code iterativ entstehen lässt: In erster Linie sollte jeder neu geschriebene Code ihm die künftige Arbeit erleichern oder ein konkretes fachliches Problem lösen. Er schreibt selten Code, der auf Anhieb wirklich „schön“ ist, sondern gibt jedem Code Zeit, sich als relevant und korrekt zu bewähren. Sobald er das Gefühl hat (das sollte spätestens in der übernächsten Iteration sein), überarbeitet er den Code so, wie er ihn dauerhaft haben will.
Vorher gibt er dem Code implizit die Chance, sich zu bewähren. Denn dann fällt es auch nicht schwer, ihn wieder wegzuwerfen oder massiv umzubauen, denn dann er wirft nur die Funktion weg, nicht auch noch die mit zusätzlichem Aufwand investierte Eleganz.
Dieses Vorgehen könnt man auch auch als „Rapid Prototyping im Kleinen“ bezeichnen.

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